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Bewusster leben durch Tagebuchschreiben: 10 Tipps und Techniken

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Es gibt kaum eine bessere Methode zur Steigerung des Selbstbewusstseins, als Tagebuch zu führen. Regelmäßiges Schreiben über persönliche Erlebnisse, Gedanken und Gefühle eröffnet neue Wege und Möglichkeiten und trägt zu einer bewussteren Lebensgestaltung bei.

Dass ein Tagebuch wertvolle Einsichten liefern kann, wussten schon Virginia Woolf, Franz Kafka, Max Frisch, Albert Einstein, Che Guevara und John Lennon – sie alle waren leidenschaftliche Tagebuchschreiber.

Erlebtes festhalten: das Tagebuch als Chronik des eigenen Lebens

Mir selbst passiert es manchmal, dass ich im Gespräch mit Freunden an Ereignisse erinnert werde, die ich längst vergessen habe oder an die ich mich nicht mehr im Detail erinnere. Wir vergessen im Laufe unseres Lebens einfach unglaublich viel. Auch sehr viel schöne Momente, Erlebnisse, Gefühle und Erfahrungen – aber gerade diese Dinge machen unser Leben aus.

Ein gutes Mittel gegen das Vergessen ist das Tagebuchschreiben. Die persönlichen Aufzeichnungen können später als Chronik des eigenen Lebens dienen, in der man immer wieder blättern kann. Ich stelle mir gerne vor, wie ich mit 80 Jahren meine Notizen aufschlage und nachlese, was ich im Mai 2014 mit Anfang 30 so gemacht habe.

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„Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.“ (Oscar Wilde)

Das Geschriebene wird zur Gedächtnisstütze und kann Stimmungen und Gefühle von damals wieder zum Leben erwecken. Der deutsche Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil geht noch weiter: „Schreiben über sich selbst ist eine lebensnotwendige, lebensverlängernde, lebensintensivierende Kraft“.

Wie Tagebuchschreiben uns intensiver und bewusster leben lässt

Neben dem Einsatz als Gedächtnisstütze eignet sich ein Tagebuch hervorragend zur „Psychohygiene“. Denn regelmäßiges Schreiben wirkt befreiend. Es erlaubt uns, Abstand zum Alltag zu gewinnen und uns auf das zurückzubesinnen, was uns wichtig ist. Eine Situation, die zuvor vertrackt und kompliziert wirkte, sehen wir plötzlich klarer, indem wir unsere Gedanken schriftlich sortieren.

Ein Tagebuch kann auch dabei helfen, schädliche Muster in der eigenen Lebensweise zu erkennen, zum Beispiel bei der Partnerwahl oder in der Ernährung. Das Schreiben zwingt uns dazu, intensiver nachzudenken und eigene Stimmungen und Verhaltensweisen bewusst zu machen. Die ehrliche Auseinandersetzung mit uns selbst fördert die Selbsterkenntnis und Fähigkeit zur Problemlösung. All dies trägt zu einer bewussteren, aktiveren Lebensgestaltung, einem gesteigerten Selbstwertgefühl und der persönlichen Weiterentwicklung bei.

Auch bei der Bewältigung von Lebenskrisen oder Liebeskummer kann das Schreiben eine große Hilfe sein. Viele Menschen nutzen es zudem als Ventil zum Stressabbau. Sie schreiben sich den Stress wortwörtlich von der Seele. Das wirkt nicht nur kurzfristig entlastend, sondern kann auf lange Sicht sogar einem Burnout oder einer Depression vorbeugen.

Wenn das Gedankenkarussell nicht aufhört zu kreisen, kann Tagebuchschreiben Abhilfe schaffen.

Wenn das Gedankenkarussell nicht aufhört zu kreisen, kann Tagebuchschreiben Abhilfe schaffen.

Doch ein Tagebuch zu schreiben bewirkt noch mehr: Es hilft uns dabei, uns unsere eigene Meinung zu bilden, Ideen zu entwickeln und der eigenen Kreativität Raum zu geben.

Tagebuch führen: Tipps und Techniken

So ein Tagebuch ist also eine feine Sache! Doch wie fängt man an? Wie bleibt man motiviert?

Generell gilt, dass es nicht die eine Methode gibt, ein Tagebuch zu führen. Da Tagebuchschreiben eine sehr persönliche Art der Ausdrucksweise ist, hat auch jedes Tagebuch einen individuellen Stil. Tagebücher sind ebenso unterschiedlich, wie die Menschen, die sie schreiben. Im Gegensatz zu anderen Herangehensweisen an den Umgang mit Sprache existieren beim Tagebuchschreiben keine Regeln oder Normen. Es geht ja darum, den eigenen Gedankenfluss ungefiltert festzuhalten. Das geht am besten, wenn man einfach drauf losschreibt, ohne sich vorher die Worte im Kopf zurechtzulegen oder sich Sorgen um eventuelle Grammatikfehler zu machen. Man schreibt schließlich nicht für die Öffentlichkeit, sondern für sich selbst.

Um übrigens wirklich sicher zu sein, dass niemand außer einem selbst Zugriff auf das persönliche Journal hat, sollte es so aufbewahrt werden, dass andere gar nicht erst in Versuchung kommen können, es zu lesen. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein sicheres Online-Tagebuch mit Passwortschutz.

Im Folgenden haben wir 10 bewährte Tipps und Techniken zusammengestellt, die dir den Einstieg ins Tagebuchschreiben erleichtern sollen.

1. Regelmäßigkeit schaffen: das Minutentagebuch

Viele Menschen haben irgendwann einmal ein Tagebuch geführt, es dann aber aufgegeben, weil ihnen die Zeit und Muße dazu fehlte. Um wieder eine Schreibgewohnheit zu entwickeln, sollte man anfangs versuchen, täglich zu schreiben.

Probiere es zum Einstieg mit einem Minutentagebuch: Schreibe morgens eine Zeile, in der du deinen inneren Zustand ausdrückst und abends eine weitere Zeile, mit der du den Tag zusammenfasst. Wenige Minuten täglich reichen schon, um eine Regelmäßigkeit in das Schreiben zu bringen. Du wirst dich wundern, wie schnell eine aussagekräftige Chronik daraus entsteht.

2. Beschreibe deine Lebenssituation

Eine weitere Möglichkeit ist, mit einer Beschreibung deiner aktuellen Lebenssituation zu beginnen. Schreibe über deine Arbeit, deine Beziehung, dein Umfeld. Wo stehst du im Leben? Bist du dort, wo du sein willst?

3. Expressives Schreiben

Schreibe an mehreren Tagen hintereinander 20 Minuten lang über ein aufwühlendes Erlebnis. Diese Art des expressiven Schreibens hat erwiesenermaßen eine positive Wirkung auf die seelische und körperliche Gesundheit. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die über traumatische Erfahrungen schreiben, in den darauffolgenden Monaten seltener zum Arzt gehen, eine bessere Immunabwehr haben und sich weniger depressiv und ängstlich fühlen als Menschen, die das Erlebte nicht schriftlich verarbeiten.

Es sei aber angemerkt, dass Tagebuchschreiben nicht für jeden geeignet ist. Über negative Emotionen zu schreiben kann bei manchen Menschen den Stress noch verstärken, statt ihn zu verringern. Das soll natürlich nicht so sein. Wenn du feststellst, dass das Schreiben dir nicht gut tut, solltest du vielleicht eine Pause einlegen und nach einer anderen Möglichkeit suchen, das Erlebte zu verarbeiten.

4. Verfasse ein Dankbarkeits- und Glückstagebuch

Notiere jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Momente des Tages, in denen du dankbar oder glücklich warst. Das können Erfolge wie eine erledigte Aufgabe oder eine bestandene Prüfung sein, Situationen in denen du dich wohl gefühlt hast, wie zum Beispiel das morgendliche Kaffeetrinken im Bett, die warmen Sonnenstrahlen auf dem Weg zur Arbeit oder Schule, ein gutes Essen, das Zusammensein mit Freunden oder ein Spaziergang mit dem Hund. Du kannst auch motivierende Zitate sammeln oder inspirierende Fotos einfügen.

Lies deine Dankbarkeitsliste, wann immer du dich niedergeschlagen fühlst, um dich daran zu erinnern, dass es auch anders geht. Ein Dankbarkeitstagebuch hilft uns, das Positive um uns herum stärker wahrzunehmen und zu verinnerlichen und uns auf das zu konzentrieren, was da ist und nicht auf das, was fehlt.

5. Erstelle Lieblingslisten

Mache dir eine Liste deiner Lieblingssongs, eine mit Filmen, eine mit Büchern und eine mit Lieblingsgerichten. Notiere alles, was dir gefällt. Oder schreibe eine „Bucket List“, eine Wunschliste, die deine Lebensträume enthält; Dinge, die du schon immer einmal machen wolltest – Fallschirmspringen, eine Reise nach Argentinien, ein Start-Up gründen, ein Buch schreiben, Japanisch lernen. Halte Ideen fest, die du in die Tat umsetzen willst.

Manchmal vergisst man einfach, was einem gut tut und welche Träume und Ziele man eigentlich hat. Diese Listen werden dich stets daran erinnern.

6. Beginne ein Reisetagebuch

Wenn du mit den genannten Methoden keinen Einstieg findest, versuche es mit einem Reisetagebuch. Im Urlaub bist du von vielen neuen Eindrücken umgegeben, kommst auf andere Gedanken und hast mehr Zeit und Muße als im Alltag. Beobachte deine Umgebung, die Natur, die Menschen und halte fest, was du siehst und erlebst. Gerade in Reisetagebüchern liest man später immer wieder besonders gerne.

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7. Trainiere deinen Schreibstil

Warum nicht das Tagebuch zum Schreibtraining nutzen, um neue Schreibstile auszuprobieren, Ideen und Entwürfe für einen Artikel zu sammeln (dieser Blogartikel ist zum Beispiel so entstanden) oder Gedichte zu verfassen, die du zunächst einmal niemandem zeigen willst. Ein Tagebuch bietet dir einen geschützten Ort, an dem deine Texte so lange privat bleiben, wie du es willst.

8. Schreibe jemandem einen Brief, der nie abgeschickt wird

Noch eine Möglichkeit – verfasse einen Brief an eine Person, in dem du all das ausdrückst, was du persönlich nicht sagen kannst. Da der Brief nicht dazu gedacht ist, jemals abgeschickt zu werden, kannst du all deine Wut, Enttäuschung oder Irritation ungefiltert loswerden. Das löst vielleicht nicht das Problem, hilft dir aber dabei, deine Gedanken zu sortieren und besser vorbereitet in ein eventuelles Gespräch zu gehen.

Natürlich funktioniert das auch in die umgekehrte Richtung – zum Beispiel mit einem Liebesbrief!

9. Entwickle deine Intuition

Notiere eine Frage, die dich beschäftigt. Dann atme einmal tief durch und frage dich, ob du die Antwort nicht bereits kennst. Schreibe aus dem Bauch heraus, ohne zu zensieren. Wenn die Antwort sich nicht sofort einstellt, keine Bange. Oft meldet sich die Stimme der Intuition zu einem späteren Zeitpunkt, wenn man mit anderen Dingen beschäftigt ist.

10. Führe ein Traumtagebuch

Siegmund Freud war der Meinung, dass in Träumen nicht nur das Tagesgeschehen verarbeitet wird, sondern dass Träume auch Botschaften aus dem Unterbewusstsein sind. Wenn wir sie richtig zu deuten wissen, können sie uns als entscheidende Wegweiser dienen. Häufig erkennt man die Bedeutung eines Traums, wenn man ihn aufschreibt. Intuitiv weiß man, was der Traum einem über eine bestimmte Lebenssituation sagen will. Da Träume flüchtig sind und man sie meistens sehr schnell vergisst, ist es wichtig, sie direkt nach dem Aufwachen zu notieren. Es reichen schon Stichpunkte, die du später weiter ausführen kannst.

Hast du Lust aufs Tagebuchschreiben bekommen? Dann nichts wie los!

Wenn du Lust bekommen hast, es mit dem Tagebuchschreiben zu versuchen, dann empfehle ich dir auf jeden Fall eine Portion Gelassenheit. Es gibt Zeiten, in denen man sich einfach nicht aufraffen kann und das Schreiben zu kurz kommt. Das ist nicht weiter schlimm, man kann ja immer wieder damit anfangen. Je regelmäßiger man Tagebuch führt, desto schneller wird man feststellen, dass man durch das Schreiben einfach bewusster und aktiver lebt.

Schreibst du Tagebuch? Wenn ja, warum?

Hast du weitere Tagebuch-Tipps für unsere Leser? Wir freuen uns über deine Kommentare!

Comments ( 23 )

            • Andrea Loidl says:

              P.S. Ich schreibe immer abends in 20 Minuten – auf jeweils 3 Seiten pro Tag, mehr haben keinen Platz – alles heraus, was mir so auf der Seele liegt, weil ich da mehr Ruhe als tagsüber habe.
              Alles, was mir irgendwie wichtig ist und dass ich dann, bei Bedarf, nachlesen kann, wobei mir das Schreiben wichtiger als das Nachlesen selbst ist.

            • Andrea Loidl says:

              Ich schreibe auch Tagebücher, (seit 19.07. 2003 regelmäßig, seit 18.03. 2005 täglich, mit der Hand. Wenn ein Tagebuch fertig ist, fange ich das nächste an. Derzeit bin ich mitten in Tagebuch Nr. 30.
              Mein Blog – http://www.rosenyland1984.wordpress.com – ist mein Online-Tagebuch, dass ich jedoch, anders als die händisch geführten Tagebücher, nur sporadisch führe.
              Einige Erlebnisse sind zu privat, um sie mit der Öffentlichkeit zu teilen.

              Herzliche Grüße

              Andrea

            • Tagebuch schreiben: Tipps um dein Selbstbewusstsein zu stärken says:

              […] Sätze zu schreiben bietet den Vorteil, dass du lernst dich gewählter auszudrücken und neue Schreibstile auszuprobieren. Mit der Zeit wirst du den Wandel im Konversationen ebenfalls […]

            • Über sich selbst schreiben – Michel Foucault – (e)Portfolio says:

              […] Bewusster leben durch Tagebuchschreiben: 10 Tipps und Techniken […]

            • Tagebuch schreiben: Tipps um dein Selbstbewusstsein zu stärken says:

              […] Sätze zu schreiben bietet den Vorteil, dass du lernst dich gewählter auszudrücken und neue Schreibstile auszuprobieren. Mit der Zeit wirst du den Wandel im Konversationen ebenfalls […]

            • Das Tagebuch als Quelle für Inspiration und Kreativität – Service rund um Ihr Buch says:

              […] Sie mehr in dem Blogbeitrag von Christina Wieling Bewusster leben durch Tagebuchschreiben: 10 Tipps und Techniken auf dem monkee-Blog. Es gibt auch ein Wiki mit praktischen Tipps zum Führen eines […]

            • Liebes Tagebuch… | ludum tempore says:

              […] Referenz: Wieling (11. Mai 2014). Bewusster leben durch Tagebuchschreiben: 10 Tipps und Techniken [Web Log Eintrag]. Abgerufen von https://www.monkkee.com/de/bewusster-leben-durch-tagebuchschreiben-10-tipps-und-techniken/ […]

            • niniel21 says:

              Ich schreibe seit vielen Jahren. Es ist weniger ein Tagebuch, als eine unsortierte Ansammlung von Gedanken, Gedichten, Zitaten, Listen und allem Möglichen was mir so in den Kopf kommt. Bisher habe ich per Hand alles in verschiedenste Kladden, Notizbücher, auf lose Zettel, in kleinen Hefte und sonst wohin geschrieben und dann nach einiger Zeit das gesuchte Papier nicht mehr wiedergefunden – oder irgendwo ein neues Notizbuch entdeckt, welches ich unbedingt haben wollte und „neu angefangen“. Außerdem fällt mir oft nach einiger Zeit noch ein zusätzlicher Gedanke ein, der eigentlich noch unbedingt an der passenden Stelle ergänzt werden muss. Alles zusammen ist das ziemlich chaotisch. Daher hab ich mich entschieden das Ganze mal zu digitalisieren und damit Ordnung in das Chaos zu bringen. Diese Seite hat mir jetzt dabei endlich eine gute Möglichkeit geboten.
              Also, ich schreibe gern per Hand (auch wei mir die Tätigkeit des Schreibens an sich Spass macht), aber um alles geordnet und dauerhaft gespeichert zu haben, ist mir die Computer-Variante lieber.

            • dbv says:

              heut hab ichs entdeckt: ich finds prima, danke dafür

            • Anita says:

              Finde die Seite hier sehr spannend und inspirierend.

              Ich habe eine Frage, keine Antwort… Macht es aus eurer Sicht einen Unterschied, ob die Tagebücher von Hand oder im Computer geführt werden? Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich? Ich habe auch schon gelesen, die Wirkung sei anders, wenn man von Hand schreibt, das Hirn nehme das Geschriebene anders auf.
              Danke für eure Feedbacks.

            • Christina Wieling says:

              Ich führe sowohl handgeschriebene als auch digitale Tagebücher. Ich finde, beide Varianten haben ihre Vorzüge. Wenn ich mit der Hand schreibe, bekommt das einzelne Wort irgendwie mehr Gewicht. Bevor ich etwas durchstreiche, überlege ich lieber einen Moment länger, wie ich es am besten formulieren kann. Dadurch wird das Schreiben per Hand für mich oft zum kreativen Prozess. Wenn ich hingegen auf der Tastatur schreibe, fühlt sich das für mich „unmittelbarer“ an, weil ich beim Tippen einfach besser mit meinen Gedanken Schritt halten kann. Das hat etwas sehr Befreiendes. Vermutlich erlebt das jeder etwas anders, oder?

            • Lisa says:

              Ich schreibe bislang noch in einem Buch Tagebuch, aber ich möchte es jetzt mal am Computer machen. Und ich denke monkkee ist dafür perfekt! Ich kann auf der Tastatur einfach viel schneller schreiben. Meine Hand ist einfach zu langsam für meine Gedanken.
              Trotzdem möchte ich meinen Tagebuch irgendwann mal drucken.

              Danke für dieses tolle tool!

            • Katl' says:

              Hallo, ich befinde mich gerade in eine schwierigen Beziehungsphase (Also eigentlich schon seit Längerem). Meine Gedanken ziehen aber immer die gleichen Kreise und ich hab das Gefühl, ich bekomme es einfach nicht sortiert, so dass ich zu einem Ergebnis komme. Jetzt riet mit eine Freudin, doch Tagebuch zu schreiben und die 10 Tipss plus eure Kommentare haben mich direkt überzeugt. Bin nur noch am Überlegen, ob ich per Hand schreibe, oder am Rechner. Da ich blind schreibe, gehts am Rechner schneller. Auf der anderen Seite hat natürlich das von Hand aufs Papier gebrachte Wort viel mehr Charme und auch Gewicht … Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht?

            • Susann says:

              Also am Computer so richtig Tagebuch zu schreiben ist nicht sondas Wahre, also für mich… Ich schreibe schon seit ich 9/10 Jahre alt bin regelmäßig, das sind etwa 6 Jahre… Auch am Computer hab ich es schon versucht. Dort kannst du korrigieren was das Zeug hält. Deine Gedanken kommen einfach nicht in einem Zug, sondern immer mit dem Gewissen, dass du das, was du grade geschrieben hast, nochmal verändern kannst. Dadurch ist das ganze viel unpersönlicher und weniger direkt und meiner Meinung nach auch ein wenig demotivierend.
              Mir persönlich macht es mehr Spaß, in etwas hochwertigere Bücher zu schreiben, also Paperblanks, Moleskine und so weiter. Die sind erstmal robuster und aus der dem hat dein Unterbewusstsein eher das Gefühl, dass das, was du schreibst, etwas wert ist, denn das Buch ist sorgfältig ausgesucht und mit nicht gerade wenig Geld bezahlt worden. Dieses Gefühl fehlt am Computer einfach. Du kannst dir aber auch so eine China-Kladde kaufen und sie mit einem schönen, personalisierten Cover gestalten. Das macht zum Einen viel Spaß und zum Anderen gibt es in etwa das Gefühl, was du bekommst, wenn du dir ein teures Büchlein zugelegt hast. 🙂
              In einem Tagebuch liest man später auch gerne nochmal nach, aber seine am Computer geschriebenen Notizen öffnet für Gewöhnlich keiner mehr und du wirst sie eher löschen, als ein Tagebuch wegzuschmeißen. Die Erinnerungen in einem Tagebuch sind wahnsinnig viel Wert. Egal was, Gedanken, Gefühle oder Erlebnisse sind einzigartig! Wenn du sie einfach wegwirfst, dann geht ein Stück von dir mit verloren…
              Also das ist jetzt meine Meinung. Vielleicht gibt es auch Leute, die das Schreiben am Computer besser finden. Das kann ich nicht beurteilen 😉
              Der Zeitfaktor ist übrigens nicht das Problem. Man kann auch mit sich ausmachen, einfach 10 Minuten alles aufzuschreiben, was einem in den Sinn kommt. Die Zeit sollte für Gewöhnlich immer vorhanden sein – Egal, ob Früh vor der Arbeit/ Schule, in der Mittagspause oder vorm Zubettgehen. Es ist im übrigen ein sehr effizienter Weg, zu schreiben. Wenn man doch mehr schreiben möchte, wird man auch daran nicht gehindert und kann das einfach machen. Es ist ein super gutes und befreiendes Gefühl, wenn dein Körper weiß, dass er jetzt einfach mal 10 Minuten alles loswerden kann, was ihm in den Sinn kommt.
              Ich selber schreibe jeden Tag unterschiedlich lang, aber wirklich fast immer ein wenig. Man denkt gar nicht, wie viel einem so durch den Kopf geht!
              Weiterhin wünsche ich dir viel Glück mit deiner Beziehung. 🙂

            • Nina says:

              Hi Christina,

              ich hab die letzte Zeit öfter überlegt mit dem Schreiben anzufangen, einfach um den ganzen Kram mal aus dem Kopf zu bekommen.
              Gestern morgen bin über deinen Artikel gestolpert und fand Ihn so eingänglich, dass ich mich spontan angemeldet und mit dem Schreiben begonnen hab.
              Es fühlt sich bisher ziemlich gut an und ich bin froh euch entdeckt zu haben.

              Toller Artikel, vielen Dank!
              LG Nina

            • Christina Wieling says:

              Cool, freut mich dass dir der Artikel gefällt! Vielen Dank fürs Kommentieren.

            • Mia says:

              Ich habe vor einiger Zeit wieder mit dem Schreiben angefangen. Neulich stellte sich mir auch die Frage, warum ich das eigentlich mache. Mittlerweile ist es zum Runterkommen. Mein Leben ist manchmal so ereignisreich, dass es sich lohnt, noch einmal über alles in Ruhe nachzusinnen. Außerdem ist es eine Sache, dich ich nur allein für mich mache. Sonst bin ich immer viel für andere da und gebe sehr viel. Das ist die einzige Sache, die mir auch zeigt, dass man sich weiterentwickelt hat und dass man nicht auf der Stelle tritt. Das Leben scheint manchmal nur so zu schleichen, aber nur scheinbar, wenn man genauer hinschaut.

              Schöner Artikel! Liebe Grüße von der Mia

            • Christina Wieling says:

              Das Buch klingt interessant, Anna. Das setze ich direkt mal auf meine Bücherwunschliste!

            • Anna says:

              Hallo Christina,

              Du wirst sehen ” Der brave Patient schweigt “ bringt das Tagebuch-Schreiben noch näher. Bei mir ist das auf jeden Fall so.

              Ich lese sowieso gerne Biografien und Tagebücher. Bin mir im Moment aber noch nicht sicher, was ich da gerade im Hinblick auf diese Website noch empfehlen sollte. Melde mich, sobald ich mich entschieden habe.

              Liebe Grüße

            • Anna says:

              Ich habe letztens das Buch von Alina Aidenberger “ Der brave Patient schweigt – Tagebuch einer Asthmatikerin “ gelesen. Ich finde, es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sich schlimme Erlebnisse, in diesem Fall eine quälende Erkrankung, Nahtoderlebnisse und ärztliche Kunstfehler, von der Seele schreiben kann. Und wie man gleichzeitig sich und in diesem speziellen Fall auch anderen Lesern des Tagebuchs damit Kraft geben kann. Für ein neues glücklicheres Leben.

              Natürlich werden wir nicht alle solch dramatische Erlebnisse haben wie Alina Aidenberger. Aber jeder hat sein Päckchen zu tragen und kann sich selbst durch Aufschreiben wertvolle Hilfen geben. Ich will jetzt auch Tagebuch führen.

            • Tekl says:

              Eine weitere Idee:
              Denk dir eine fiktive Person oder ein Wesen aus, die/das dir regelmäßig liebevolle Briefe schreibt. Dabei sieht diese Person am liebsten auf die schönen Dinge deines Alltags, seien sie noch so klein.

              Durch die dissoziierte Schreibweise lernt man das schöne im Leben zu sehen und nicht jedes Problem für so wichtig zu nehmen.

            • Christina Wieling says:

              Das ist eine tolle Idee, Tekl! Ich kannte bereits die Methode, einen Brief an das innere Kind zu schreiben. Die Idee, einen Brief aus der Sicht eines fiktiven Wesens zu schreiben, zum Beispiel aus der Perspektive eines imaginären guten Freundes, ermöglicht es einem vielleicht sogar noch besser, sich selbst aus einer gesunden Distanz zu betrachten und somit auch einen liebevolleren und weniger strengen Blick auf die eigenen „Macken“ zu werfen.

              Vielen Dank für diese Ergänzung!

            • Moni says:

              Hi Tekl,

              Ich habe gerade mit dem Schreiben angefangen, da dachte ich mir ich stöbere ein bisschen im Netz und als ich deinen Kommentar gelesen habe musst ich innerlich nicken. Ich rede in Gedanken auch manchmal mit fiktiven Personen über Probleme, aber sie aufzuschreiben gibt einem die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt die Gedankengänge weiter zu führen. Vielen Dank für deinen Kommentar, denn ich neige dazu das Offensichtliche zu übersehen.
              LG
              Moni

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